Die Gründung der Berufsfeuerwehr

Den Anlass für die Schaffung einer Berufsfeuerwehr in Hamburg hatte zweifellos der große Brand im Jahre 1842 gegeben, durch den Hamburg so schwer heimgesucht wurde. Bei dem großen Brand waren alle Mängel des damaligen Feuerlöschwesens in Erscheinung getreten, und die verantwortlichen Stellen kamen zu der Erkenntnis, dass ein zeitgemäßer Ausbau der Feuerlöschanstalten baldigst vorgenommen werden muss. Dabei wurde vereinzelt auch schon die Ansicht vertreten, dass die Unzulänglichkeit des Feuerlöschwesens nur durch die Einrichtung einer ständigen Feuerwehr behoben werden könne. Aber mit dem Vorhaben der Einführung einer derartigen unbekannten und scheinbar unproduktiven Neueinrichtung konnte man sich damals nicht befreunden, um so mehr, als die Kosten hierfür ungewöhnlich hoch erschienen.

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Spritze Nr. 9 am Schweinemarkt vor Gründung der Berufsfeuerwehr

Es wurde deshalb zunächst nur die Feuerwehr in der inneren Stadt und in St. Georg neu organisiert, - und zwar mit der Einrichtung von Nachtwachen in den Spritzenstationen.

 Im Jahre 1862 fand eine Trennung des Feuerlöschwesens vom Feuerversicherungswesen statt, weil bei dem zunehmenden Umfang der Verwaltungsgeschäfte der an sich gänzlich verschiedene Interessen vertretenden Betriebe ein weiteres Zusammenarbeiten sich nicht länger rechtfertigen ließ. Damit wurde das Feuerlöschwesen selbständig.

Mit Erlass des Gesetzes wegen des Feuerlöschwesen vom 2. März 1868 wurde das Feuerlöschwesen ein staatlicher Verwaltungszweig mit der Bezeichnung "Deputation für das Feuerlöschwesen". Dieser Behörde wurden durch das Gesetz weitgehende Befugnisse übertragen, und zwar für den ersten Löschdistrikt (das Stadtgebiet) die Fürsorge für das Feuerverhütungs- und Feuerlöschwesen im weitesten Umfang und für den zweiten Löschdistrikt (das Landgebiet) die Oberaufsicht über das Feuerlöschwesen.

In ihrer ersten Sitzung im Mai 1868 wurde von der Deputation für das Feuerlöschwesen erneut auf die Notwendigkeit einer Reorganisation des Hamburger Feuerlöschwesens und der Schaffung einer ständigen Feuerwehr hingewiesen und ein Ausschuss mit der Ausarbeitung eines Reorganisationsplanes beauftragt. Die Verhandlungen hierüber zogen sich aber bis zum Jahre 1870 hin, und nach deren Abschluss beschloss die Deputation für das Feuerlöschwesen die Einführung einer Berufsfeuerwehr unter Beibehaltung der bisherigen so genannten "temporären“ Feuerwehr in verringerter Stärke. Senat und Bürgerschaft stimmten diesem Beschluss zu und bewilligten die erforderlichen Mittel.

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Innenhof der Hauptfeuerwache 1 am Schweinemarkt mit Berufsfeuerwehr

12.November 1872

Für die Berufsfeuerwehr waren zunächst 3 Feuerwachen mit zusammen 6 Oberfeuerwehrmännern, 6 Maschinisten und 36 Feuerwehrmännern vorgesehen. Nach dem Ableben des derzeitigen Leiters der Feuerwehr, Oberspritzenmeister Repsold, im Jahre 1871, wurde an dessen Stelle Branddirektor Kipping aus Danzig gewählt. Mit den Einrichtungen und Aufgaben einer Berufsfeuer sehr wohl vertraut, begann Branddirektor Kipping im März 1872 mit einigen aus Danzig mitgebrachten Oberfeuerwehrmännern, die Hamburger Berufsfeuerwehr einzurichten und einzuüben. Es entstand unter seiner sachverständigen und tatkräftigen Leitung die Berufsfeuerwehr.

Am 12. November 1872 um 12 Uhr mittags nimmt die Berufsfeuerwehr die

  Hauptfeuerwache 1 am Schweinemarkt (Nähe Spitalerstraße), die
  Feuerwache 2 in den provisorischen Anbauten der Catharinenkirche, und die
  Feuerwache 3 in der Davidstraße ihren Dienst auf.

Die in drei Kompanien (Dienstgruppen) eingeteilten Feuerwehrmänner haben 48 Stunden Dienst und anschließend 24 Stunden Freizeit (in der aber noch Theatersicherheitsdienst geleistet werden muss). Ausgerüstet war jede Wache mit pferdebespannten Alarmfahrzeugen, Mannschaftswagen, Handdruckspritze mit Schlauchkarre, Wasserwagen und Dampfspritze.

Dem, für das Jahr 1872, heraus gegebenen Jahresbericht von Branddirektor Kipping, ist zu entnehmen, dass im Laufe des Jahres die Berufsfeuerwehr weiter ausgebaut wurde.

Festschrift 50 Jahre Feuerwehr Hamburg

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