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Nachtwache um 1671 mit Holzratsche

Brandwächter und Feueralarm

Über Jahrhunderte hin gab es keine andere technische Möglichkeit der Feuermeldung und der Nachrichtenübermittlung als Ausrufen, Blasen von Hörnern, Lärmen mit Ratsche, Trommeln, Schießen, Läuten von Sturmglocken  oder das Ausstecken von Fahnen oder Laternen auf Kirchtürmen.

Seit dem Mittelalter wurden Nachtwachen beschäftigt. Weil sie stündlich die Uhrzeit ausriefen, nannte man sie "Röper" (Rufer), spöttisch auch "Schlupwächter" oder "Uhlen", später auch "Udl". Sie wurden von Angehörigen der Bürgerwache unterstützt. Zu ihren Aufgaben gehörte unter anderem auch das Ausrufen eines Feuers.

1458 wurde erstmals im "Receß" das Läuten mit der Sturmglocke erwähnt. Sie befand sich auf dem Dom und durfte nur bei Feuergefahr benutzt werden.

1483 steht erstmals etwas über „Feuerfahnen" in der Feuerordnung.

Um 1529 wurde in den Feuerordnungen festgelegt, dass nicht nur die Sturmglocke auf dem Dom zu läuten ist, sondern auch die Sturmglocke des Kirchspiels, in dem es brannte. Auch wurde eine ständige Brandwache im "Thurme" eingerichtet. Aufgabe der "Thürmer" war es, Brandausbrüche (Brandrauch, Feuerschein) durch Anziehen der „Sturmglocke" weithin hörbar zu machen und tagsüber durch Ausstecken einer Fahne  oder nachts mit einer Laterne die Richtung des Brandorts anzuzeigen. Dem Türmer beigeordnet waren so genannte „Tüter", die mit ihren Hörnern vom Turm geblasen haben, um Alarm zu schlagen. Der Rat hatte sich mehrfach mit diesem „Feuermeldesystem" befasst, wenn die Aufmerksamkeit der Türmer einmal zu wünschen übrig ließ.

Seit 1626 sollten die Sturmglocken nur noch bei größeren Feuern den „Glockenfeuern" geläutet werden, um den Aufwand an Spritzenmannschaften zu verringern und wohl auch, um nicht so viele Neugierige anzulocken. Ihre weitere Aufgabe im Mittelalter war, anrückende feindliche Heerscharen zu entdecken. Bei der Größe des Stadtgebiets in dieser Zeit war es gegenstandslos geworden.

Ungefähr seit 1637 gab es auch auf den Türmen der Hamburger Hauptkirchen St. Petri, St. Jacobi, St. Katharinen, St. Nicolai und St. Michaelis „Thürmer-Wachtposten". Erst nach dem Brand der Michaeliskirche im Jahre 1906 und dem Tode des dort stationierten Feuerwehrmannes Carl Beurle wurden die Turmposten eingezogen (es gab sie eine Zeitlang wohl noch auf den Türmen von St. Jacobi und St. Catharinen).

Um 1859 geschieht die Alarmierung der Löschmannschaften  weiterhin durch mündliche Mitteilung, Blasen von den Türmen, Läuten der Sturmglocken, Ausstecken von Fahnen oder Laternen. Die Türmer von St. Michaelis, St. Catharinen und St. Jacobi waren mit den in der Nähe befindlichen Spritzenhäusern durch Sprachrohre verbunden.

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