Das hamburgische Löschwesen bis zur Gründung der
Berufsfeuerwehr

Hamburg, 1499, Blick auf das Millerntor als Teil des Neuen Walls. Im Vordergrund die Ellerntorbrücke
Um das Jahr 700 entstand auf einem etwa 15 Meter hohen Geestrücken
in der Elbniederung - nahe dem Zusammenfluss von Bille und Alster -
zunächst ein kleines Bauerndorf. Während der Eroberungskämpfe der
Franken unter Kaiser Karl dem Großen gegen die Sachsen, etwa
zwischen 772 und 804, wurde auf dieser Geesthöhe die erste
Befestigungsanlage, die "Hammaburg", errichtet.
Am 8. August 1284 zerstörte ein verheerender Brand einen großen Teil Hamburgs.
Neben zahlreichen Wohnhäusern wurden auch Kirchen (darunter der seit 36 Jahren im Bau befindliche Mariendom) und
das 1230 errichtete Rathaus ein Raub der Flammen. Die meisten der 5000 Einwohner verloren Haus und Hof. Es war
Hamburgs erster "Großer Brand". ...


Vom Krankentragekorb zum heutigen Rettungdienst

Krankentransportwagen 1850-1880
Bis 1889 mussten Kranke (auch mit ansteckenden Krankheiten) oder
Verletze, sich aus eigenen Kräften in das Krankenhaus AK St. Georg
begeben. Waren sie dazu nicht in der Lage, wurden sie mittels
Krankentragekörben, Räderbahren oder Transportmitteln privater
Unternehmen wie Fuhrwerke, Droschken oder Pferdebahnen, dort
hinbefördert.
Der erste Krankentransportwagen In Hamburg wurde 1850 von der "Lauenstein´schen
Wagenfabrik für die damals für Krankentransporte zuständige
Polizeibehörde gebaut und dem sog. "Stadtleichenmann" unterstellt.
1880 kam man zu der Erkenntnis, dass...


Wittkittel, die ersten geordneten Löschmannschaften
Wittkittel-Löschmannschaft
Bis zum Jahre 1676 waren die Bürgerwehren und das Militär
(Artillerie) in Hamburg für das Löschen von Bränden zuständig. Ihre
Pflichten waren in der ersten gedruckten Feuer- und Wachordnung von
1626 niedergelegt. Der Übergang zu einer fest eingeteilten
Löschmannschaft, die aber noch nicht die Bezeichnung Feuerwehr trug,
scheint fließend gewesen zu sein. Nach der neu revidierten
Feuerordnung von 1676 wurde das Löschwesen unter die Aufsicht der in
diesem Jahr gegründeten General- Feuer- Ordnungs- Cassa, der
heutigen Hamburger Feuerkasse- Versicherungs- AG (die älteste
Gebäudebrandversicherung der Welt) ge..


Dampffeuerspritzen bei der Hamburger Feuerwehr

Dampffeuerspritze beim Michelbrand
Eine der ersten in Deutschland konstruierten Dampffeuerspritzen, wurde auf Veranlassung des damaligen Oberspritzenmeisters Repsold,
von dem Spritzenmeister Moltrecht in Hamburg gebaut. Am 29. Dezember 1863 wurde sie dann in Gegenwart der Hamburger General-Feuercassen-Deputation
auf dem Hof des Stadthauses vorgeführt. Diese Vorführung veranlasste einen blinden Feueralarm. Der Türmer der St. Michaeliskirche sah den
anhaltend starken Rauch aufsteigen, der aus dem Schornstein der Spritze kam. In der Meinung, dass Feuer ausgebrochen sei und zwar in
Richtung auf Bohn's Platz, alarmierte er durch Trompetensignale das freiwillige „Sprützencorp",
welches dann auch prompt zu der vermeintlichen Feuerstelle....


Die Gründung der Hamburger Berufsfeuerwehr

Hauptfeuerwache am Schweinemarkt
Den Anlass für die Schaffung einer Berufsfeuerwehr in Hamburg hatte zweifellos der große Brand im Jahre 1842 gegeben,
durch den Hamburg so schwer heimgesucht wurde. Bei dem großen Brand waren alle Mängel des damaligen Feuerlöschwesens in
Erscheinung getreten, und die verantwortlichen Stellen kamen zu der Erkenntnis, dass ein zeitgemäßer Ausbau der
Feuerlöschanstalten baldigst vorgenommen werden muss. Es wurde deshalb zunächst nur die Feuerwehr in der inneren Stadt
und in St. Georg neu organisiert - und zwar mit der Einrichtung von
Nachtwachen in den Spritzenstatio...


Die Leiter der Löschanstalten und der Berufsfeuerwehr

1808-1830 Johann Georg Repsold "Obersprützenmeister"
Vor Gründung der Berufsfeuerwehr 1872, unterstanden die
Löschanstalten In Hamburg, einem Senatsmitglied als Berichterstatter
des Senats. Ebenfalls gab es beratende Kommissionen unterschiedlicher Bezeichnung.
Bemerkenswert für Hamburg ist aber,
dass die eigentlichen Chefs des Löschwesens, die "Obersprützenmeister", kraft ihrer Persönlichkeit und ihres aktiven
Einsatzes auf Brandstellen, immer als die maßgebenden Sprecher galten, den Kurs des Löschwesens bestimmten und im
allgemeinen hohes Ansehen in der Bevölkerung genossen.
Die Namen und die Hauptdaten der Oberspritzenmeister seit 1787 und
der Amtsleiter der Berufsfeuerwehr seit ihrer Gründung 1872 sind
lückenlos...


Hamburger Löschzug anno 1898 - Quickbornstraße

Hamburger Gasspritze um 1898
Am 1. August 1898 wurde die neue Feuerwache IX in Eimsbüttel,
Quickbornstraße 34 - 36, in Betrieb genommen und war zu dieser Zeit
für weitere Wachneubauten richtungsweisend.
Ausgestattet war sie mit einem Löschzug, bestehend aus einer
Gasspritze, einem Leiterwagen, einem Mannschaftswagen sowie einer
Dampffeuers...


Die „Ära Branddirektor Westphalen“ 1893 bis 1916

1893 - 1916 Branddirektor Adolph Libert-Westphalen
„Westphalensweg 1“ lautet bekanntlich die offizielle Adresse des Feuerwehramts Hamburg.
Mit dieser Straßenbezeichnung
wird an einen bedeutenden Hamburger Branddirektor, an Adolph Libert- Westphalen, erinnert. Er war der Nachfolger von
Friedrich- Wilhelm Kipping, dem legendären Gründungschef der Berufsfeuerwehr Hamburg, der 1892 bei einem Einsatz ums
Leben kam.
Aber wer war Adolph- Libert Westphalen, welche Verdienste erwarb er sich um das Hamburger und das Deutsche
Feuerlöschwesen?
Adolph- Libert Westphalen stammte ...


Die Feuerwache Petroleumhafen

Feuerwache VII - Petroleumhafen
Am 6. August 1913, wurde eigens zum Schutz des „Neuen
Petroleumhafens" die Feuerwache VII am Tankweg in Betrieb genommen.
Es war die fünfte Feuerwache, die während der Amtszeit von
Branddirektor Adolph Libert Westphalen (1893 bis 1916) in Dienst
ging, und die zehnte im Stadtgebiet insgesamt. Im Gegensatz zum
alten Petroleumhafen auf dem Grasbrook fanden hier lediglich
Umschlag und Lagerung von Mineralölprodukten statt, also keine
Verarbeitung. 1913 standen hier mehr als 50 Lagertanks mit einer
Gesamtkapazität von 100.000 Kubikmetern. Grund genug, dort die
Feuerwache VII in Betrieb zu...


Die Feuerwehr Hamburg zwischen den Weltkriegen

Das erste Benzinautomobil der Feuerwehr Hamburg war der Opel Phaeton
von 1907, den Branddirektor Westphalen (hinten rechts) als
Dienstwagen benutzte.
Am 30. Juni 1926 war Branddirektor Krüger nach 33 Dienstjahren in Pension gegangen. Sein Nachfolger wurde Dr.-Ing.
Otto Sander, bisher Leiter der Inspektion II „Feuerverhütung und Schornsteinfegerwesen“. Der gebürtige Bad Gandersheimer
war 1905 nach einem Maschinenbau- Studium, von Branddirektor Westphalen
als Brandmeister eingestellt worden (damals war das der unterste
Dienstgrad im höheren Dienst).
In der lange andauernden Übergangsphase von der Pferdezeit zur
Motorisierung, fiel Brandmeister Dipl.-Ing. Sander eine wichtige
Rolle zu. Im Mai 1906 schickte man ihn zu 15 großen Feuerwehren in
Europa. Er sollte sich an Ort und Stelle ein Bild von der dortigen
Automobilisierung machen, um für Hamburg das dazu Geeignete
vorzuschlagen. Denn noch war in Deutschland der Streit zwischen
Elektro- und Verbrennungsmotor nicht entschieden. ...


Die härteste Bewährung für die Feuerwehr Hamburg

Hamburg nach den
Luftangriffen der „Operation Gomorrha“ zwischen 25. Juli und 3.
August 1945
Die Hamburger Feuerwehr bereitete sich nach Ausbruch
des Zweiten Weltkriegs 1939 auf einen Luftkrieg vor, doch niemand konnte ahnen, mit welcher Härte und Grausamkeit er
die Hamburger Bevölkerung treffen würde.
Das am 23. November 1938 erlassene „Gesetz über das Feuerlöschwesen“
(„Reichsfeuerlöschgesetz“) betonte in seiner Präambel die Bedeutung des Feuerlöschwesens für den Luftschutz und des
„Führerprinzips“. Es ordnete die Überleitung der bislang kommunal geführten Berufsfeuerwehren in „Feuerschutzpolizeien“
(FSchP) an.
Damit waren sie – neben der Schutzpolizei und Gendarmerie – dem so genannten Hauptamt Ordnungspolizei des
„Chefs der deutschen Polizei und Reichsführer SS“ Heinrich Himmler direkt unterstellt. Die Zuständigkeit für sämtliche
Luftschutzmaßnahmen lag hingegen beim Reichsministerium für Luftfahrt, dessen Chef der Reichsluftfahrtminister und
„Oberbefehlshaber der Luftwaffe“ Hermann Göring war....


Der schwierige Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg
Die Hauptfeuerwache am Berliner Tor
bei Kriegsende im zerstörten St. Georg
Die Hamburger Feuerwehr, die nach Beginn des Zweiten Weltkrieges personell und
materiell erheblich verstärkt worden war, befand sich während des
gesamten Krieges praktisch im Dauerdienst.
Den Feuerwehrangehörigen wurden lediglich, in Abhängigkeit von der
Luftlage, stundenweise Dienstbefreiungen und Kurzurlaube gewährt. In
den drei letzten Kriegsjahren wurde die Feuerwehr von Schweren
Verlusten betroffen.
1943 wurde die Wache 9 (Ouickbornstraße) von einer Sprengbombe
getroffen, vier Feuerwehr-angehörige kamen dabei ums Leben, die
Fahrzeuge wurden sämtlich zerstört. Auf die Wache 5
(Freiligrathstraße/Burgstraße) fielen mehrere Brandbomben und zerstörten den
linken Gebäudetrakt, einen Tag später brachten Sprengbomben das
restliche Wachgebäude zum Einsturz. Auch die Löschfahrzeuge wurden
zerstört. Dann wurden noch die Wache 6 (Reginenstraße/Billhorner Brückenstraße)
und die Wache 16 (Wirkenstraße) ausgebombt.
Bei einem Zielangriff auf die Hauptfeuerwache am Berliner Tor am 18.
Juni 1944 erhielt das Wachgebäude einen Volltreffer, wurde aber
nicht...


Die fünfziger Jahre: Feuerwehr Hamburg im Aufbau
Bergung eines toten Elefanten des
Flora-Variete-Theaters in Altona
Die äußerst schwierige Aufbauphase in den fünfziger Jahren war durch den neuen Amtsleiter Dipl.-Ing. Wilhelm Schwarzenberger
geprägt. Der gebürtige Wiener, der bereits 1940 zur Hamburger Feuerwehr versetzt worden war, hatte das Amt nach dem frühen
Tod von Branddirektor Dipl.-Ing. Westphal am 1. September 1949 übernommen. Im Krieg war Schwarzenberger als Oberstleutnant
der Feuerschutzpolizei für den „Abschnitt Ost“ mit Dienstsitz an der Feuerwache Bachstraße verantwortlich und
erlebte die schweren Luftangriffe und den Feuersturm im Juli 1943 („Operation Gomorrha“) mit. 1944 wurde er zur
Feuerschutzpolizei Berlin abgeordnet. Dort erlitt er in Ausübung seines Dienstes durch Bombensplitter eine schwere
Beinverletzung, die eine Teilamputation nach sich zog. Nach Entlassung aus russischer Kriegsgefangenschaft kehrte
Schwarzenberger 1946 nach Hamburg zurück....


Die Historie der Freiwilligen Feuerwehren in Hamburg
und ihre Gründungsdaten

FF Krauel,
die erste Freiwillige Feuerwehr
Nach dem Erlass des Gesetzes wegen des Feuerlöschwesen vom 2. März 1868, wurde
auf die Notwendigkeit einer Reorganisation des Hamburger
Feuerlöschwesens und der Schaffung einer ständigen Feuerwehr hingewiesen. Die Deputation
beschloss 1870 für das Feuerlöschwesen die Einführung
einer
Berufsfeuerwehr unter Beibehaltung der bisherigen so genannten
"temporären“ Feuerwehr in verringerter Stärke.
Überall dort, wo ein temporäres Löschcorp aufgelöst wurde (besonders im
zweiten Löschdistrict), erwuchs der Entschluss der Bürger, zu ihrem Schutz eine Freiwillige
Feuerwehr aufzustellen.
Die gegründeten Freiwilligen Feuerwehren übernahmen von den temporären Löschcorps die
vorhandenen Spritzenhäuser mit den Spritzen sowie die vorhandenen
Gerätschaften.
Die erste Freiwillige
Feuerwehr Hamburgs, die Freiwillige Feuerwehr Krauel, wurde im zweiten
Löschdistrict im Gebiet der Marschlande am 15. Oktober 1877 gegründet. Ihr
folgten am 4. November 1877 die Freiwillige Feuerwehr Kirchwerder Nord und
am 3. August 1878 die Freiwillige Feuerwehr Farmsen.
Danach wurden bis heute weitere Freiwillige Feuerwehren in
Hamburg gegründet, durch Umstrukturierungen abgeschafft oder an neuen
Standorten wieder in Dienst gestellt. ...


Der Luftschutzhilfsdienst (LSHD) in Hamburg

Großraumkrankenkraftwagen Gkrkw
Zum Schutz der Zivilbevölkerung bei kriegerischen Auseinandersetzungen gründete der Bund unter Federführung des Bundesinnenministers ab 1957 den Luftschutzhilfsdienst (LSHD).
Die LSHD-Einheiten wurden rund um die 97, besonders angriffsgefährdete, Orte in der Bundesrepublik stationiert. Für die Aufstellung aller geplanten LSHD-Einheiten war ein Personalbestand von rund 300.000 ehrenamtlichen Helfern vorgesehen. Fast alle Fachdienste erhielten zur Erfüllung ihrer jeweiligen Aufgaben vom Bund entsprechende Einsatzfahrzeuge, die als so genannte „ZB“-Fahrzeuge bekannt wurden. Sie waren mit Ausnahme der Brandschutzfahrzeuge khakigrau (RAL 7008) lackiert und trugen auf den vorderen Türen das internationale blaue Zivilschutzdreieck mit den Buchstaben ZB (Ziviler Bevölkerungsschutz) auf gelbem Grund. Charakteristisch für die LSHD-Fahrzeuge waren außerdem die Luftbeobachtungsluke im Fahrerhausdach sowie die Tarnbeleuchtung.
Der LSHD gliederte sich in acht Fachdienste:
LS-Brandschutzdienst
LS-Bergungsdienst
LS-Sanitätsdienst
LS-Veterinärdienst
LS-ABC-Dienst
LS-Betreuungsdienst
LS-Lenkungs- und Sozialdienst
LS-Fernmeldedienst
In Hamburg sollten folgende Einheiten ...




