Feuerwehrhelme

Vom Filzhut bis Feuerschutzhelm

Filzhut,Lederhelm,Feuerschutzhelm

Zwischen den Jahren 810 und 822 wurde die Hammaburg errichtet. Um 830 entstand dort eine Kaufmanns- und Handwerkersiedlung. Brach ein Feuer aus, so waren alle "Nichtgeistlichen" verpflichtet, sich unverzüglich mit Eimern einzufinden und "thatkräftig Hülfe" zu leisten.

In der ersten erlassenen gedruckten „Feuer- und Wachtordnung" von 1626 wurden die Wache auf den Wällen und das Feuerlöschwesen zusammengefasst. In den fünf Kirchspielen wurden Colonellschaften (Quartiere/Regimenter) gebildet, die von je einem „Colonellobersten" befehligt wurden. Die Colonellschaften unterschieden sich durch farbige Stäbe und Feuerflaggen.

Im Jahre 1676 wurde die "General-Feuer-Cassa", ein Zusammenschluss von ca. 50 bestehenden privaten "Feuerkontrakten", gebildet und es wurde eine "neurevidierte Feuerordnung" erlassen. Das Lösch- und das Versicherungswesen wurde zusammengefasst. Es gab jetzt Feuer-Cassa-Sprützen, Kirchen-Sprützen, Bürger-Compagnien-Sprützen und Armen-Häuser-Sprützen. Zur Unterscheidung mussten die Sprützenleute verschiedenfarbige Kittel und Mützen oder Hauben tragen.

Filzhut der "Wittkittel"

Filzhut der Wittkittel von 1750 - 1820

Im Jahre 1750 wurde die "Wachordnung" von den "Feueranstalten" getrennt. Die "allgemeine Aufsicht über die Feueranstalten" lag nun in den Händen der Deputation der "Artiglerie" und der "Feuer-Cassa". "Brandwachen" mussten nun auch nachts die Straßen abzupatroullieren, Brände selbst löschen oder für Alarmierung zu sorgen. Die Löschanstalten stellten besoldete Mannschaften unter der Benennung "Artiglerie" auf. Die "Sprützenleute" mussten weiße Kittel aus gebleichtem Segeltuch und mit Leim und weißer Farbe präparierte Filzhüte mit vorn hochgeschlagener Krempe tragen. Diese Uniformierung gab den Sprützenleuten die volkstümliche Bezeichnung "Wittkittel". An der Kennzeichnung auf der hochgeschlagenen Krempe konnte man erkennen welcher Sprütze der Sprützenmann angehört und was seine Aufgabe war. Bei dem Commandanten war auf der Krempe das Hamburger Wappen aus Messing abgebildet, bei den Sprützenleuten war eine Flamme und die Nummer der jeweils zugeteilten Spritze aufgemalt. Als Kopfschutz waren die Filzhüte nicht vorgesehen und auch nicht nötig. Brennende Häuser versuchte man damals nur von außen mit Eimern oder mit Feuerspritzen und Schlangenschläuchen zu löschen.

1820 richtet die General-Feuerkassen-Deputation ein aus 36 zuverlässigen Bürgern ein "Corp der Menschenretter auf. Deren Aufgabe war es, bei Bränden die Menschen und Sachwerte zu retten. Des weiteren hatten sie des nachts die Torwache zu stellen. 1834 wurde das Corp der Menschenretter wieder aufgelöst. Es hatte sich nicht bewährt.

Lederhelm von 1820 - 1907

Retter 34 vom Corp der Menschenretter

Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts ersetzte das Militär zum Schutz des Kopfes, die Kopfbedeckung aus Filz gegen einen Helm aus Leder, Messing oder Eisenblech.

Auch bei der Deputation der Löschanstalten und der Feuer-Cassa erkannte man, dass eine gute Schutzkleidung, insbesondere ein guter Kopfschutz, vor herabstürzendem Gebälk und Mauerwerk lebenswichtig ist.

Ab 1820 wurden nach und nach die weißen Filzhüte der Hamburger „Wittkittel“ durch mittelhohe Lederhelme ersetzt, die aus den Abfällen der Lederschläuche hergestellt wurden.

Der mittelhohe Helm mit großen Schirmen hat oben eine Kreuz-Kugelspitze mit Belüftung. Zur Stabilisierung hat die Helmschale auffallend starke Messing-Schirmschienen.

Der Helm wurde bis zur endgültigen Auflösung der letzten temporairen Löschmannschaft, den Wittkitteln der Spritze Fuhlsbüttel, im Jahre 1921 getragen.

Lederhelm "Hamburger Modell"

Lederschutzhelm Hamburger Modell

Im Jahre 1907 wurde bei der Berufsfeuerwehr die letzten Lederhelme durch den neuen Feuerwehrhelm "Hamburger Modell" ersetzt. Diese Helme wurden bis 1936 getragen.

Auf der Vorderseite befindet sich zur Unterscheidung der Zugehörigkeit und Funktion, das Hamburger Wappen in einem achtstrahligen Stern aus Messing. Der Kinnriemen wird rechts und links durch die Hamburger Kokarde bzw. Wachnummer gehalten.

Der Knopf auf dem Helm konnte herausgeschraubt werden. In die Öffnung wurde dann bei Paraden ein Federschmuck hineingesteckt.

Feuerschutzhelm ab 1936

Feuerschutzhelm der Feuerlöschpolizei

Am 1. Oktober 1936 wurde das "Reichsstatthaltergesetz" erlassen. Daraufhin wurde die Berufsfeuerwehr im November der Polizei unterstellt und wird zur "Feuerlöschpolizei". Freiwillige-, Pflicht- und Werkfeuerwehren wurden zur Hilfspolizei (Feuerlöschpolizei) umfunktioniert oder sie werden für den Dienst in der Wehrmacht eingezogen.

Mit einer neuen Uniformierung (Uniformen und Feuerwehrfahrzeuge wurden grün) wurde auch ein "polizeigrün" lackierter und mit Hakenkreuz versehener Feuerschutzhelm aus Stahl, mit der Bezeichnung M35 und ab 1940 M40, ähnlich wie der Wehrmachtshelm" eingeführt. Die Vorzüge dieser Helme waren ein guter Nacken- und Augenschutz.

Feuerschutzhelm nach Kriegsende

Nachkriegs-Feuerschutzhelm

Nach Kriegsende 1945 musste die Vorderseite der Feuerlöschpolizei-Helme mit „CIVIL FIRESERVICE FEUERWEHR“ beschriftet werden.

Die Hakenkreuze wurden abgekratzt oder mit Farbe überstrichen.

Später wurden die Helme zur weiteren Verwendung mattschwarz lackiert.

Feuerschutzhelm nach DIN 14940

Feuerschutzhelm nach DIN 14940

Im Jahre 1958 wurde die DIN 14940 (Feuerwehrhelm) für die Feuerwehren weisend. Der Normenausschuss des deutschen Feuerwehrverbandes beschloss, die Form des Feuerwehrhelmes im Wesentlichen beizubehalten.

Die Stahl-Feuerschutzhelme wurden mit einem Nackenschutz aus Leder gegen Strahlungswärme und Funkenflug nachgerüstet und mit einem selbstklebend umlaufenden, nachleuchtenden Reflexstreifen versehen. An der Stirnseite war eine ovale, reflektierende Klebefolie mit dem Aufdruck der Organisationsnummer der Berufsfeuerwehr bzw. der Freiwilligen-Feuerwehren angebracht.

Neue Helme die beschafft wurden bestanden aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung und waren wesentlich leichter als die aus Stahl.

Nachleuchtender Feuerschutzhelm

Feuerschutzhelm nachleuchtend mit Helmvisier

Ab 1965 erhielten die Feuerschutzhelme eine reflektierende, nachleuchtende, hellgelbe Sicherheitslackierung, die den Feuerwehrmann in der Dunkelheit und in verrauchten Räumen besser erkennbar machen sollte.

Der Löschzugführer war erkennbar an zwei roten, ca. 5mm breiten, reflektierenden Streifen ober- und unterhalb des vorhandenen hellen Reflexstreifens.

Um 1980 wurden die Feuerschutzhelme zum Gesichtsschutz mit klappbaren Helmvisieren nachgerüstet. Es schützte den Träger bei Brandeinsätzen und bei allen technischen Einsätzen.

Feuerschutzhelm nach EN 443

Feuerschutzhelm nach EN 443 aus Kunststoff

Mit Bildung der Europäischen Union machten sich bald neue Normenausschüsse ans Werk, die auch Feuerschutzhelme zu klassifizieren hatten.

Das Ergebnis der Bemühungen des EU-Normenausschusses war die Europanorm EN 443. In der EN 443 ist festgeschrieben, dass der Feuerwehrhelm zum Schutz vor Stromschlag, nicht mehr elektrisch leitend sein darf.

Die alten Feuerschutzhelme aus Metall entsprachen somit nicht der Europanorm und mussten ersetzt werden.

Die neuen Feuerschutzhelme waren nun aus Kunststoff hergestellt. Farbe, Nackenschutz und Kennzeichnungen wurden beibehalten. Die ersten Serien der Helme hatten nur einen kleinen Nachteil gegenüber den alten Helmen aus Metall. Im Brandeinsatz schmolz der Kunststoff und tropfte auf den Träger. Nach dem Einsatz konnte er nicht mehr getragen werden, da er Blasen und Risse hatte und verformt war.

Weitere Filzhüte und Helme

Filzhut von Commandeur No. 11

Wittkittel "Commandeur No. 11"
Wittkittel "Cope No. 1"
Wittkittel "Feuer-Haken"
Wittkittel "Feuer-Decken"
Wittkittel "Wassercope No. 8"
Löschmannschaft "Rohrleiter No. 3"
"Ober-Commandeur der Retter"
Lederhelm "B9"
Lederhelm "1250"
Lederhelm der Wittkittel um 1865

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