Was geschah damals, seit der Gründung Hamburg´s?

Die aufgeführten Jahreszahlen und Ereignisse sind eine kleine Auswahl, recherchiert aus historischer Literatur, Dokumenten und Aufzeichnungen, welche sich in den Archiven der Hamburger Feuerwehr und dem Verein "Hamburger Feuerwehr-Historiker e. V." befinden. Die Ausdrucks- und Schreibweise der damaligen Zeit wurde möglichst unverändert übernommen.
810
Die Hammaburg wurde zwischen den Jahren 810 und 822 errichtet und war eine Kaufmanns- und Hafensiedlung. Sie unterstand dem Domkapitel, ein Zusammenschluß von Geistlichen. Brach ein Feuer aus, so waren alle "Nichtgeistlichen" verpflichtet, sich mit Eimern einzufinden und "thatkräftig Hülfe" zu leisten.
845
Im Auftrag des dänischen Königs Horich I., überfallen 3 Flottenverbände dänischer Wikinger, unverhofft die Hammaburg. Nach ihrer Plünderung legen sie die Hammaburg und den Dom in Schutt und Asche.
1281
Ganz Hamburg wurde durch eine verheerende Feuersbrunst vernichtet.
1372
Es brannte der Thurm im Neuwerk.
1461
Am Sonnabend vor Lichtmess am Fischmarkt und in der kleinen Bäckerstraße verbrannten 30 Häuser.
1483
Am 10. July verbrannten einige Häuser auf dem Brook.
1523
Auf dem Brook verbrannten 4 Brauhäuser.
1529
Am 16. Februar ist das Ergebnis der Verhandlungen zwischen "Rat" und "Erbgesessene Bürgerschaft" der "Lange Rezeß" mit 132 Artikeln. Die ältesten Hamburger Brandschutzbestimmungen sind im Artikel 127 enthalten. Jeder Haushalt hatte einen Löscheimer und jedes Brauhaus hatte zwei Löscheimer vorzuhalten. Jeder war verpflichtet im Brandfall Hilfe zu leisten. Ein Melde- und Warnzeichensystem war einzurichten. 1579 folgten weitere Brandschutzregeln.
1548
Durch eine Feuersbrunst brannte ganz Altona ab.
1565
Am 12. May wurden in Harburg durch einen Brand 36 Häuser vernichtet.
1579
Im Rezeß von 1529 werden weitere Regeln für den Brandschutzaufgestellt.
1587
Am 10. Januar steckte Grete Stortiker Bullenhusen an, welches ganz abbrannte; sie ward aber ertappt und lebendig geschmäuchert.
1589
Am 17. July wurde der Nicolai Thurm durch einen Blitz entzündet und brannte bis aufs Mauerwerk ab.
1615
Am 1. September brannten 23 Häuser in der Knochenhauerstraße ab. Nach diesem Feuer "ward die Special-Feuerordnung gemacht und angeordnet, da eine gewisse Anzahl Haus-Eigenthümer sich verschrieben, eine Zulage demjenigen, so künftig dergleichen Unglück treffen möge, zu geben".
1622
Ein mit Schießpulver beladenes Schiff fliegt vor Neumühlen in die Luft. 44 Besucher, die das Auslaufen des Schiffes feierten, wurden dabei getötet.
1626
Die erste gedruckte "Feuer- und Wachordnung" verpflichtet jeden Bürger zur "thatkräftigen Hülfe" bei Schadenfeuern. Darin ist vorgeschrieben, daß Frauen bei Bränden nicht auf die Straße dürfen, weil sie durch ihre Neugier die Löscharbeiten behindern.
1637
Am 5. September, morgens um 4 Uhr, brannten in Grosse Reichenstraße 2 Häuser, Sillm und Ester gehörend, ab. Nach dem Feuer wurden die ersten Wächter auf den Thürmen angestellt.
1654
Am 24. May brannten in Ritzebüttel 40 Häuser ab.
1656
Am 27. September, mittags um 1 Uhr, brannte es an der Ecke des Berges und der Knochenhauerstraße. Abends fing es wieder an zu brennen, wobey noch 10 Häuser in Asche gelegt wurden und 2 Menschen umkamen.
1660
Das Ausrufen der vollen Nachtstunden von Stundenrufern wird abgeschafft. Statt dessen werden 50 Nachtwachen eingestellt. Von den Leuten werden sie Uhlen, und später Udel bis in die heutige Zeit, genannt
1672
Am 25. April, Feuer Pickhuben, bey einem französischen Branntweinbrenner und Tabakspinner. Dabey brannte der Pickhuben und der Kalkhof ganz ab. Viele große und kleine Häuser. In allem 130 Wohnstellen. Vier Mensche kamen dabey ums Leben.
1673
Am 12. October, morgens um 2 Uhr, brach auf dem Kattrepel in einer Brauerey ein Feuer aus, dabey brannten 30 Häuser und 100 kleine Wohnstellen mit ab.
1675
Am 4. Januar brannten auf dem Hamburger Berg eine Thranbrennerey und 8 Packhäuser ab.
1676
Am 10. April brannten in Barmbeck 30 Häuser ab, dabey kamen 2 Menschen ums Leben, auch verbrannte viel Vieh. Am 4. August vernichtete ein Brand auf dem Cremon 30 Häuser, die Rathswaage und den neuen Krahn. Die "General Feuer Cassa" der Stadt Hamburg wurde gegründet (Hamburger Feuerkasse). In ihr wurde das Löschwesen und das Versicherungswesen zusammengefasst.
1677
Am 7. December brannte auf dem Mönkedamm, Franz Latener´s Färberey. Bey diesem Feuer wurden zuerst Schlangen Sprützen gebraucht.
1678
Freiwillige Löschmannschaften, die nach ihrer weißen Schutzkleidung "Wittkittel" genannt wurden, schützten die Stadt vor Feuersgefahr. Erster Kommandeur wurde Spritzenmeister Caspar Hasse. Im selben Jahr wurden weitere drei "Schlangen Sprützen" (Handdruckspritzen) angeschafft.
1684
Am 23. Juny, nachmittags um 4 Uhr, brannte es Schiffbauerbrook. Dabey brannte ab: der Brook auf beyden Seiten, mehrere Häuser auf dem Kehrwieder, in der Kibbeltwiete, Pickhuben und kleinen Fleet; zusammen 114 Häuser.
1691
Am 26. May, mittags 1 Uhr brannten Kattrepel, Niedernstraße und Schopenstehl 15 Häuser nieder.
1697
Die neue revidierte "Feuer- Ordnung" trat in Kraft.
1704
Am 31. July, morgens um 1 Uhr, Feuer Görttwiete. Dieselbe brannte an beyden Seiten ab und im Rödingsmarkt 5 Brauhäuser mit den Speichern, wofür die Feuer-Casse circa 200.000 Mark Banco Schadenersatz bezahlen musste.
1711
Am 2. November in Altona an der Elbseite, in Rosen´s Brauerey, wobey ungefähr einhundert Häuser abgebrannt seyn sollen.
1713
Am 8. Januar, abends 11.30 Uhr, liess der schwedische General Steenbock das dänische Altona in Schutt und Asche legen. Es war ein Racheakt, weil die Dänen das schwedische Stade angegriffen hatten.
1723
Am 7. May, abends um 11 Uhr, brannte in der Neustädter Fuhlentwiete ein Hof mit circa 100 Wohnstellen ab.
1728
Es wurden 25 "Feuerlöschanstalten" gegründet. Sie bestanden aus je 20 Wittkitteln und einer "Schlangen-Sprütze" (Hochdruckspritze). An Löschgeräten waren in Hamburg 25 Landspritzen mit je einem Zubringer und 2 Schiffsspritzen vorhanden.
1750
Am 10. März, morgens um 11 Uhr, brannte der grosse Michaelisthurm und die Kirche durch Blitzschlag ab. Die neue Michaeliskirche wird 1762 eingeweiht. Die "Neurevidierte Feuerordnung der Stadt Hamburg" wurde erlassen. Es wurden Brandwachen, die nachts patroullierten, eingesetzt.
1755
Am 3. November, morgens um 4:30 Uhr, Brand im Großen Buhrstah bey Krepp, Kerzengiesserey, wobey ein Sprützenmann im Rauch ertstickt.
1799
Oberspritzenmeister Johann Georg Repsold übernahm das Kommando der "Hamburgischen Löschanstalten". Es sind jetzt 31 Land- und 11 Schiffsspritzen vorhanden.
1802
Oberspritzenmeister Johann Georg Repsold baut aus Privatmitteln eine Sternwarte auf dem Stintfang.
1817
Am 16. November, nachts 12 Uhr, bey Schramm in der Niedernstraße brannte dessen Erbe, so wie die von Klug und Dreyer und der Speicher von Koopmann brannte ganz herunter und mehrere wurden beschädigt. Auch verbrannt sind 7 Menschen, worunter Schramm und seine Frau waren.
1820
In einer Stärke von 36 Mann wird das "Corps der Menschenretter", eine besondere Truppe die bei Bränden Menschen retten soll, eingerichtet (sie sind jedoch nicht mit Feuer löschen beauftragt). 12 Mann die auf 6 Wachen verteilt sind, verrichten immer gleichzeitig ihren Dienst. Die Wachen sind mit Leitern, Blendlaternen, Rettungsleinen mit Windscheiben und mit Brecheisen ausgerüstet.
1827
Am 21. Januar, abends um 7;30 Uhr brennt in der Reichenstraße bey Vogelsang Mittelhaus und Speicher, so wie die Nachbarspeicher an beyden Seiten, Wwe. Schulte und Vogelsang Erben. Es kamen dabey 4 Sprützenleute von Nr. 25 um: Comm. Huth, Lühmann, Burmester und Schultz.
1830
Am 14. Januar, abends um 7 Uhr, Vorsetzen, 1ste, brannten 2 Häuser unter einem Dach. Bey diesem Feuer kam der Obersprützen-Meister Johann-Georg Repsold ums Leben.
1833
Am 17. Februar, abends um 10 Uhr, brannte bey E. Köpke Das Hinter- und Mittelhaus total, das Vorderhaus zur Hälfte; der Rohrführer Warnke von Nr. 24 kam dabey ums Leben.
1834
Am 29. Januar, morgens um 3 Uhr, zweite Vorsetzen bey F.-H. Wallsemann, brannte das Wohnhaus mit Hintergebäuden total, die Nebenhäuser stark beschädigt; der Rohrführer Schröder von Nr. 31 kam dabey ums Leben.
1835
Das "Corps der Menschenretter" hat sich nicht bewährt und wird wieder aufgelöst.
1842
In der Nacht des 4. Mai bricht in der Deichstraße ein Feuer aus, das sich rasch in der Stadt ausbreitet.Die Wittkittel kämpfen mit ganzer Kraft. Aus Lübeck, Lüneburg und sogar Kiel kommen Verstärkungen. Nach drei Tagen kann das Feuer aufgehalten werden. 57 Bürger sind in den Flammen umgekommen und 20.000 Menschen sind obdachlos geworden. 1.100 Wohnhäuser und über 100 Speicher sind ausgebrannt.
1864
Die erste Dampffeuerspritze wird beschafft.Sie wurde von Hannibal Moltrecht in Hamburg gebaut.
1868
Am 1. Mai tritt das "Gesetz wegen des Feuerlöschwesens" in Kraft. Das Feuerlöschwesen wird unter die Aufsicht der "Deputation für das Feuerlöschwesen" gestellt.
1870
Die Deputation für das Feuerlöschwesen beschließt die Einrichtung einer ständigen Berufsfeuerwehr ("Permanentes Löschcorps") und folgt damit dem Reorganisationsplan von Oberspritzenmeister Repsold
1871
Die Firma Siemens & Halske in Berlin wird mit dem Bau einer Feuertelegrafenleitung beauftragt. Am 18. Oktober wird die Freiwillige Feuerwehr Wandsbek gegründet.
1872
46 Morsestationen werden in den Feuerwachen, den Polizeiwachen und in den Türmen der Michaelis-, Jacobi- und Catharinenkirche, in denen Turmbeobachter ständig Ausschau halten, eingerichtet. Die Telegrafenlinien enden sämtlich in der Hauptfeuerwache am Schweinemarkt.
Am 1. April wird Friedrich- Wilhelm Kipping Hamburgs erster Branddirektor. Er beginnt sofort mit der Gründung der Berufsfeuerwehr.

Am 12. November um 12 Uhr mittags nimmt die Berufsfeuerwehr mit 48 Feuerwehrmännern ihren Dienst in der Feuerwache 11 am Schweinemarkt (Nähe Spitalerstraße), (provisorisch in einem Anbau der Catharinenkirche) und an der Wache 111 (in der Davidstraße) auf. Die in drei Kompanien (Dienstgruppen) eingeteilten Feuerwehrmänner haben 48 Stunden Dienst und anschließend 24 Stunden Freizeit (in der aber noch Theatersicherheitsdienst geleistet werden muss). Die Freiwilligen bleiben als "temporaires Löschcorps" vor allem in den ländlichen Gebieten in einer Stärke von 1212 Mann bestehen.
1877
Am 15. Oktober wurde die erste Freiwillige Feuerwehr im Landgebiet der Vier- und Marschlande, die FF Kraul, gegründet. Knapp einen Monat später erfolgte die Gründung der FF Kirchwerder-Süd, am 4. November.
1879
Bei einem Großbrand in der Wexstraße kommen 14 Menschen ums Leben.
1881
Die Hauptfeuerwache erhält einen Fernsprechanschluss.
1890
Am 21. Februar wird in der Nachbarstadt Altona eine Berufsfeuerwehr gegründet.
1892
Im August bricht in Hamburg und wenig später auch in Altona eine Cholera- Epidemie aus. 17.000 Menschen erkranken und 9.000 sterben. Die Feuerwehren beider Städte werden zum Krankentransport herangezogen.

Während der Löscharbeiten am 22.Oktober beim Großbrand des Hapag Speichers an der Arningstraße, stürzt plötzlich eine Mauer um und begräbt Branddirektor Kipping und mehrere Feuerwehrleute unter sich. Kipping stirbt im Hafenkrankenhaus an den erlittenen schweren Verletzungen. Der dienstälteste Brandmeister Könneberg übernimmt kommissarisch die Leitung der Feuerwehr.
1893
Am 14.April wird Adolph-Libert Westphalen Leiter der Hamburger Feuerwehr.
1906
Am 7. März gerät der Turm der Hauptkirche St. Michaelis in Brand. Der Türmer Beuerle gibt mit dem Morsetelegrafen "Hier im Turme Großfeuer" durch.Er findet in den Flammen den Ehrentod. Danach wurden die letzten "temporären Posten" ,die mit Teleskopen nach Bränden Ausschau hielten, abgeschafft. Zur Brandbekämpfung wurden 7 Löschzüge mit 273 Mann, 11 Dampfspritzen und 1 Löschdampfer mit 5 A- und 42 B-Rohren zur Begrenzung des Brandes eingesetzt. Etwa 10 km Schläuche wurden verlegt und ca. 8700.000 l Löschwasser wurde verspritzt.
Mit dem Kauf eines Opel "Phaeton", als Dienstwagen des Branddirektors, beginnt bei der Feuerwehr Hamburg die Motorisierung.
1909
Hamburgs erste "Automobilwache", die Feuerwache 11 in der Admiralitätsstraße, wird in Dienst gestellt.Der Löschzug besteht aus Gasspritze, Dampfspritze, Drehleiter und Mannschaftswagen.Alle Fahrzeuge besitzen einen batterieelektrischen Antrieb.
1913
Die Feuerwehr kann ihre ersten beiden Löschboote in Dienst stellen.Sie werden von Benzinmotoren angetrieben.
Am 14.Dezember fährt die Hamburger Feuerwehr aufgrund eines offiziellen Hilfeersuchens mit der Eisenbahn nach Schwerin, wo das Großherzogliche Schloss in Brand geraten war. 4 Wagen mit 53 Mann werden auf einen Sonderzug verladen.Nach erfolgreichem Einsatz kehren die Hamburger Kräfte am anderen Tag wieder zurück.
1916
Der als Reserveoffizier eingezogene Branddirektor Westphalen erliegt seinen erlittenen schweren Verwundungen. Sein Nachfolger wird Branddirektor Theodor Krüger.
1918
Am 18. November wird der 24-stündige Einsatzdienst mit anschließender 24-stündiger Freizeit eingeführt.Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 84 Stunden.
1921
Am 1. Oktober wird die Berufsfeuerwehr Harburg gegründet.Erster Branddirektor wird Dipl.-Ing. Johannes Westphal.

1925
Die letzten pferdebespannten Feuerwehrfahrzeuge an den Wachen 3 und 4 werden außer Dienst gestellt. Die Feuerwehr verfügt nun über 48 Kraftfahrzeuge, davon 24 mit Benzinmotor, 15 mit benzin-elektrischem und 9 mit batterieelektrischem Antrieb.
1926
Branddirektor Dr.-Ing. Otto Sander tritt die Nachfolge von Branddirektor Krüger an.
1927
Die Feuerwehr Hamburg nimmt ihr drittes Feuerlöschboot in Dienst.
1928
Im Zuge der Verwaltungsreform wird die Deputation für das Feuerlöschwesen aufgelöst und die Feuerwehr als Feuerwehramt (A2) der Polizeibehörde angegliedert.
In der Hauptfeuerwache am Berliner Tor wird eine vollautomatische Fernsprechzentrale eingerichtet.
1929
Die Feuerwehr Hamburg bekämpft zwei Tage lang ein Großfeuer, das am 26. März auf dem kurz vor seiner Auslieferung stehenden Passagierdampfer "Europa" ausgebrochen war.
Der Feuerwehr wird der Unfalldienst im Hamburger Hafen übertragen. Die Motorbarkasse "Unfalldienst" wird übergeben.
1930
Das Feuerlöschboot "Feuerwehr IV" geht in Dienst (heute Museumsschiff).
1937
Dr.-Ing. Otto Zaps wird neuer Chef der Feuerwehr Hamburg.
Die Feuerwehr Hamburg lässt zwei weitere Löschboote (V und VI) bauen.
Am 1. April werden aufgrund des ein Jahr zuvor erlassenen "Groß-Hamburg-Gesetzes" die Berufsfeuerwehren Harburg und Altona mit der Berufsfeuerwehr Hamburg zur Feuerwehr Hamburg vereinigt. Die Zahl der Feuerwehrbeamten steigt damit auf 880.
1938
Beim Brand einer Dachpappenfabrik in Altona kommen vier Feuerwehrleute ums Leben.
Aufgrund des "Gesetzes über das Feuerlöschwesen" vom 23. November wird die Berufsfeuerwehr Hamburg, wie alle anderen Berufsfeuerwehren im Reich, als Feuerschutzpolizei in die Ordnungspolizei übergeführt.
1939
Mit Beginn des "Zweiten Weltkrieges" wird Hamburg zum Luftschutzort 1. Ordnung bestimmt.Der Feuerlöschdienst wird im Laufe des Krieges erheblich verstärkt. Zuletzt sind über 300 Löschfahrzeuge und 900 Tragkraftspritzen vorhanden.

1942
Hamburger Feuerlöschbereitschaften werden nach den schweren Luftangriffen auf Lübeck und Rostock zur Hilfe gerufen.
1943
Zur Verstärkung des Brandschutzes im Hafen werden 49 Wasserlöschzüge, zu denen umgebaute Barkassen und Hadag- Fähren mit herangezogen wurden, aufgestellt.

Die Feuerwehr Hamburg erlebt ihre schwersten Einsätze bei den alliierten Luftangriffen. Insbesondere in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli als im Feuersturm über 30.000 Menschen umkommen.
1944
Das Feuerlöschboot 7 wird in Dienst gestellt und noch im selben Jahr durch Bombentreffer versenkt. Ein Jahr später, noch vor Kriegsende, kann ein Ersatzboot gestellt werden.

Die Feuerwache Waltershof wird total ausgebombt. Zahlreiche Feuerwehrmänner kommen ums Leben oder werden verletzt.
Durch gezielten Bombenangriff wird die Hauptfeuerwache Berliner Tor stark zerstört, die Nachrichtenzentrale bleibt jedoch bestehen.
1945
Am 11. März wird die Bootstation Steinwerder von Bomben schwer getroffen, das dort liegende Feuerlöschboot wird versenkt.

Am 29.Mai, 26 Tage nach der Besetzung der Stadt durch britische Truppen, ist die Feuerwehr wieder beschränkt einsatzbereit. Sie besetzt 8 Feuerwachen sowie 7 Hilfswachen in Baracken und Schulen. In die Wachen Steinwerder, Alsterdorf, Petroleumhafen und Sedanstraße ziehen vorerst englische Armeefeuerwehrleute ein. Die Feuerwehr ist jetzt ein selbständiges Amt und dem Bürgermeister direkt unterstellt.
Am 16.Juli gibt der englische Aufsichtsoffizier der Feuerwehr die Weisung, einen neuen Organisationsplan aufzustellen. Es werden 5 Abteilungen und 3 Brandschutzgebiete (West, Ost und Süd) mit den Feuerwachen 1 bis 15 sowie mit 66 Freiwilligen Feuerwehren gebildet.
Am 1. August wird Branddirektor Dipl.-Ing. Johannes Westphal die Leitung der Feuerwehr Hamburg übertragen.
Am 1. Oktober tritt der neue Organisationsplan in Kraft.
Am 12.Oktober wird die Feuerwehr von der britischen Militärregierung beauftragt, das Krankentransportwesen vom DRK zu übernehmen.
Am 16. November erhält die Feuerwehr von der britischen Militärregierung die zusätzliche Weisung, einen "Krankentransport für Straßenunfälle" einzurichten.
1946
Ab 1. April wird der Krankentransportdienst von der Feuerwehr durchgeführt.
1948
Ein Großfeuer schädigt das Kaufhaus Karstadt in der Mönckebergstraße schwer. 10 Löschzüge und 8 Freiwillige Feuerwehren können das Gebäude vor dem Totalverlust bewahren.
1949
Die Feuerwehr muss zwei Feuerlöschboote als Reparationsleistung an Russland abliefern.
Nach dem frühen Tod von Branddirektor Westphal wird Dipl.-Ing. Wilhelm Schwarzenberger neuer Leiter des Feuerwehramtes.

1950
Die Feuerwehr führt mit zwei Funkgeräten zum ersten Mal den drahtlosen Nachrichtenverkehr zwischen der Einsatzzentrale und Einsatzfahrzeugen durch. Dabei benutzt sie erstmals den Funkrufnamen "Florian", der bald darauf bei allen deutschen Feuerwehren einführt und noch heute allgemein benutzt wird.
1955
Bei der Brandbekämpfung auf dem Tank-Motorschiff Marianne verunglückt ein Feuerwehrmann tödlich.
1956
Die ersten Löschgruppenfahrzeuge und Tanklöschfahrzeuge in Ganzstahlbauweise und unter Verwendung von Frontlenkerfahrgestellen werden bestellt.
1958
Das neue "Krankenboot" in Finkenwerder verbessert für diesen Ortsteil den Krankentransport in hamburgische Krankenhäuser nördlich der Elbe erheblich.
Die erste vollhydraulisch betätigte Drehleiter DL30h wird in Dienst genommen.
1961
Bei einem S-Bahn-Unglück in der Nähe Berliner Tor kommen 27 Fahrgäste ums Leben.Die Feuerwehr befreit und versorgt eine Vielzahl von Schwerverletzten.
1962
Die große Sturmflut am 17.Februar stellt die Feuerwehr Hamburg auf eine harte Bewährungsprobe. Die Feuerwehr rettet über 1000 Menschen aus den Überschwemmungsgebieten.

1963
Branddirektor Dipl.- Ing. Horst Hertell übernimmt für 6 Monate die Amtsleitergeschäfte. Am 1. Oktober wird Dipl.-Ing. Hans Brunswig neuer Leiter der Feuerwehr Hamburg.
1964
Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Wilhelmsburger Reichsstraße, bei dem 12 Menschen ums Leben kommen und zahlreiche schwer verletzt werden, wird der Rettungsdienst der Hamburger Feuerwehr aufs äußerste gefordert.
Bei der Befreiung eines verschütteten Arbeiters in einem Kiessilo kommt ein Feuerwehrmann ums Leben.
1965
Am 1. Oktober tritt eine neue Organisation des Feuerwehramtes in Kraft. Anstelle der 3 Brandschutzgebiet Ost, West und Süd werden acht Feuerwehrbezirke (analog den Bezirksämtern) gebildet.Sie üben die Dienstaufsicht über die Feuerwachen und Freiwilligen Feuerwehren aus. Im Leitungsdienst gibt es 4 Abteilungen: Verwaltungs-, Einsatz-, Technische- und Brandschutzabteilung.
Mit dem Löschboot "Branddirektor Dr.-Ing. Sander" wird der erste Nachkriegs- Neubau in Dienst genommen.
1967
Am 1. Januar tritt ein neuer Dienstplan für den Einsatzdienst in Kraft. Die durchschnittliche, wöchentliche Arbeitszeit wird auf 56 Stunden herabsetzt und der Dreischichtendienst wird eingeführt. Der Personalbestand beträgt 1660 Feuerwehrbeamte, die Freiwilligen Feuerwehren zählen 1433 Angehörige.
Eine neue schwere Sturmflut bedroht am 24.Februar insbesondere die Deiche in den Vier und Marschlanden. Sie läuft für Hamburg aber noch glimpflich ab.
Die ersten Jugendfeuerwehren der Freiwilligen Feuerwehren Wellingsbüttel, Hummelsbüttel und Neuenfelde- Nord werden gegründet.

1968
Am 1. November wird Dipl.- Ing. Manfred Gebhardt zum neuen Amtsleiter ernannt.
Der Neubau "Unfallboot" (später: "Ambulanzboot") wird für den Rettungsdienst im Hamburger Hafen in Dienst gestellt.
1969
Am 17.Februar und am 17.März versinkt Hamburg im Schnee. Die Feuerwehr übernimmt vor allem die Schneeräumung der U- und S-Bahnhöfe. Sie hat selbst große Schwierigkeiten, mit ihren Fahrzeugen an die Einsatzorte zu gelangen.
Am 1. September werden die Krankenbeförderung und der Unfallhilfsdienst unter zentraler Einsatzlenkung zum Rettungsdienst vereinigt.Die Dienststelle Millerntor wird Rettungswache.
Als fünfte Abteilung des Leitungsdienstes wird die Ausbildungsabteilung eingerichtet.
1970
Großeinsatz der Feuerwehr beim Brand des Schuppen 81 im Freihafen.
Mit Beginn des im Schildvortrieb vorgenommenen Baus des neuen Elbtunnels, hält die Feuerwehr für Rettungsmaßnahmen neuartige "Mischgas-Atemschutzgeräte" vor. Sie ermöglichen ein Umluft unabhängiges Arbeiten bis zu zwei Stunden auch bei Überdruck.
Die Tagesleuchtfarbe "RAL3024" wird zur besseren Kennzeichnung von Einsatzfahrzeugen eingeführt.

1971
Die Feuerwehr Hamburg rückt nach der Notlandung eines Passagierflugzeuges auf der Autobahn bei Hasloh aus. 22 Tote und zahlreiche Verletzte sind zu beklagen.
1972
Bei einem Barkassenunglück im Hamburger Hafen kommen 17 Fahrgäste ums Leben. Die Feuerwehr setzt alle Löschboote und das Ambulanzboot ein.
Mit der schrittweisen Umstellung von Sauerstoffschutzgeräten auf Preßluftatmer (PA80), wird eine neue Generation von Atemschutzgeräten eingeführt.
Am 12. November feiert die Feuerwehr ihr 100- jähriges Jubiläum.
Am 13. November sucht ein Orkan mit Windgeschwindigkeiten bis zu 200 km/h die Hansestadt heim und beschert der Feuerwehr zusätzlich über 1.000 Sturmeinsätze.

1973
Aus den ehemaligen Einheiten des Luftschutzhilfsdienstes (LSHD) werden 30 neue Freiwillige Feuerwehren gebildet. Die Gesamtzahl der Hamburger Freiwilligen Feuerwehren erhöht sich damit auf 96.
1975
Das Feuerlöschboot die "Branddirektor Kipping" wird, im Rahmen eines mehrjährigen Erneuerungsprogramms, als erstes in Dienst gestellt. Bis 1985 werden fünf weitere Löschboote gebaut.
Großeinsatz der Feuerwehr nach einem S-Bahn-Unglück in Hausbruch (11 Tote und eine Vielzahl von Verletzten).

Wald- und Heidebrände in Niedersachsen. Starke Kontingente aus der Berufsfeuerwehr und den Freiwilligen Feuerwehren Hamburgs sind eine Woche lang bei den Löscharbeiten eingesetzt.
1976
Am 1. Januar tritt ein neuer Organisationsplan in Kraft. Aus den 7 Feuerwehrbezirken werden 3 Branddirektionen (West, Ost, Süd).

Am 3. Januar bringt eine Sturmflut die höchste, jemals in Hamburg gemessene, Flutwelle. Die Feuerwehr rettet zirka 100 Menschen aus akuter Gefahr und bringt weitere 350 Personen in Sicherheit.
Explosion auf dem MS "Anders Maersk" (11 Tote und viele Verletzte).
Hilfeleistung der Feuerwehr nach Dammbruch des Elbe- Seiten- Kanals.
Brand eines Wohnhauses, 8 Bewohner kommen dabei ums Leben.
1977
Am 9. November wird die neue rechnerunterstützte Einsatzzentrale durch Innensenator Staak offiziell in Betrieb genommen.

Der Brandschutzabteilung wird als neue Aufgabe die Brandverhütungsschau zugewiesen.
1979
Die Feuerwehr hat die Gesamteinsatzleitung bei den einjährigen Aufräum- und Sanierungsarbeiten auf dem Betriebsgelände der ehemaligen Firma Stoltzenberg.
1983
Explosion in der Ölmühle mit nachfolgendem Großbrand. Lösch‑ und Abräumarbeiten beschäftigen die Feuerwehr eine Woche lang.
Großeinsatz beim Kühlhausbrand in Wilhelmsburg. Die Nachlöscharbeiten ziehen sich eine Woche hin.
Die Feuerwehr Hamburg wird zum Brand des Containerschiffes „Ever Level" auf der Elbe in Höhe Cuxhaven gerufen. Es werden Löschboote und Kräfte entsendet.
1984
Schweres Barkassenunglück im Hamburger Hafen (19 Tote).
1986
Die Feuerwache Wilhelmsburg wird „Technik‑ und Umweltschutzwache". Hier werden die dem Umweltschutz dienenden Einsatzmittel, wie Wechsellader und Abrollbehälter sowie der Kran, stationiert.
1987
Der 1. Bauabschnitt der Landesfeuerwehrschule in der Bredowstraße wird von Innensenator Volker Lange offiziell übergeben.

1988
Die erste „Feuerwehrfrau" bei der Freiwilligen Feuerwehr Hoheluft tritt ihren Dienst an.
1989
Am 31. Dezember brach morgens in einem fünfgeschossigen Geschäftshaus an den Alsterarkaden, mitten in der Hamburger Innenstadt, ein Feuer aus, das sich rasch über alle Geschosse ausbreiten konnte. Die Feuerwehr bekämpfte das Großfeuer bis zum späten Nachmittag mit 6 Löschzügen und 4 Freiwilligen Feuerwehren. Das Gebäude sowie ein an der Rückfront angrenzendes, ebenfalls fünfgeschossiges Geschäftshaus brannten fast völlig aus.
1990
Am 1. Januar wird die Rettungswache Millerntor geschlossen. Krankentransporte werden von der Feuerwehr nicht mehr durchgeführt und werden von den Hilfsorganisationen übernommen.
1991
Am 1. August wird Dipl.‑Ing. Dieter Farrenkopf Nachfolger von Oberbranddirektor Manfred Gebhardt.
1992
Entsprechend der Bedeutung des Rettungsdienstes der Feuerwehr Hamburg werden die Feuerwachen in Feuer- und Rettungswachen umbenannt.
Am 9. Juni nehmen bei der FF Wohldorf weitere 5 Frauenihren Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr auf ‑ eine davon mit Führerschein der Klasse II (LKW).
1993
Die Feuerwehr stellt den 7. Notarztwagen sowie einen Babynotarztwagen in Dienst.
1995
Die erste Feuerwehrfrau in der Berufsfeuerwehr Hamburg nimmt ihre Tätigkeit an der Feuer‑ und Rettungswache Bergedorf auf.

1996
Der Kampfmittelräumdienst, bisher bei der Baubehörde geführt, wird als 6. Abteilung in die Feuerwehr eingegliedert.

Am 1. April besteht der Rettungsdienst der Hamburger Feuerwehr 50 Jahre.
1997
Die Berufsfeuerwehr Hamburg wird am 12. November 125 Jahre alt.
1999
Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg beschließt, die wöchentliche Arbeitszeit der Feuerwehrbeamten von inzwischen 48 Stunden wieder auf 50 Stunden zu erhöhen.
2000
Das zentrale Ausbildungs‑ und Trainingszentrum wird an der Landesfeuerwehrschule eröffnet.
Am 2. Juli nimmt Deutschlands erste Feuerwehrpastorin, Erneli Martens, ihren Dienst auf.
Am 14. November wird die Schnelleinsatzgruppe "Schiffsbrandbekämpfung" in Dienst gestellt.
Am 1. Dezember wird ein neuer Befehlswagen (MAN ÜL 313) in Dienst gestellt.
Im August werden 17 Motorrettungsboote vom Typ KLB 1 an die Feuerwehr Hamburg übergeben.
2001
Am 1. Januar wird die 41. Jugendfeuerwehr (JF- Winterhude ) gegründet.
Das Bekleidungswesen wird privatisiert.

Die Feuerwehr‑Immobilien werden verkauft. Die Feuerwehr Hamburg ist Mieter geworden.
Die Feuerwehr Hamburg erhält von der Hamburger Feuerkasse eine Prunkfahne.
Am 27. August übernimmt die Feuerwehr eine "SEPCON"‑Ölbeseitigungsanlage.
Im August wird das neue „Technik‑ und Logistikzentrum" eingeweiht. Den Freiwilligen Feuerwehren werden dabei gleichzeitig 26 neue MAN 16/12 Löschgruppenfahrzeuge vom Aufbauhersteller Zieglerübergeben.
2002
Am 14. März stürzt der Rettungshubschraubers SAR 71 ab. Es kommt die Besatzung und das ärztliche Personal ums Leben.
Am 1. Oktober übernimmt die Feuerwehr die Elbtunnelfeuerwehr von der Baubehörde.
2003
Am 10. Februar wird das Feuerwehr-Informations-Zentrum (FIZ) im Dienstgebäude am Berliner Tor eröffnet.

Am 1. April übernimmt die Feuerwehr die Zentralambulanz (ZAB) von der Gesundheitsbehörde.
Am 1. Januar wird die 44. Jugendfeuerwehr (JF-Nettelnburg ) gegründet.
2004


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